Drohpotentiale oder Zukunftsperspektiven? Gestaltung von Arbeitszeit am Beispiel von drei Nachbarländern

Welche Erfahrungen machen Gewerkschafter*innen in anderen europäischen Ländern zum Thema Arbeitszeit? Welche Abwehrkämpfe führen sie? Welche Gestaltungsspielräume nutzen sie? Was können wir von ihnen lernen?

Schon im vergangenen Jahr haben wir die Diskussion zur Arbeitszeit mit einer Umfrage und einem Regionaltag aufgegriffen. Viele Beschäftigte aus unseren Branchen wünschen sich bessere Arbeitszeitregelungen, erleben jedoch gleichzeitig im Alltag, dass die Arbeitgeber immer neue Anforderungen an ihre Teams stellen.
Wegezeit als Privatvergnügen, Arbeit auf Abruf, unbezahlte Überstunden, Arbeit außerhalb der Regelarbeitszeit und sogar Diskussionen über eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit – nicht mit uns!

Am 30. November 2019 nutzten wir den Regionaltag, um mit Gewerkschafter*innen aus anderen europäischen Ländern zu sprechen und von ihren Erfahrungen zu hören. Dabei waren  Gäste aus den Niederlanden, Belgien und Österreich, sowie ein Beitrag der Europäischen Föderation der Bau- und Holzarbeiter.


Ergebnisse unserer Umfrage 2018

Knapp 1.200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben sich beteiligt. Dabei zeigte sich, dass Vollzeitbeschäftigte nach ihrer Selbsteinschätzung real 44 Stunden in der Woche arbeiten, sich jedoch eine 37 Stunden-Woche wünschen.

Zwei Drittel aller Befragten sind von Wochenendarbeit betroffen, für jede*n Fünfte ist Nachtarbeit ein wichtiges Thema. Jede*r vierte befragte Schichtarbeiter*in gibt in unserer Umfrage an, dass die Schichtplanung nicht vorausschauend und rücksichtsvoll organisiert wird.

Zwei Drittel aller Befragten sagen, dass sie ihre Arbeitszeit nur selten oder gar nicht selbst planen oder einteilen können. Für zwei Drittel aller Befragten ist Arbeiten außerhalb der Arbeitszeiten ein Thema. Besonders viele Befragte wünschen sich einen früheren Renteneinstieg, dies haben 48,5 Prozent angegeben.


Regionaltag 30. November 2019

Ablauf 
9.30 UhrBegrüßungskaffee
10.00 UhrBegrüßung 
Antonia Kühn, Regionalleitung
10.15 Uhr12-Stunden-Arbeitstag - Zukunftstraum der Unternehmer?
Anne Rieger, Mitglied im Landesvorstand u. erweiterten Bundesvorstand des Gewerkschaftlichen Linksblocks GLB im ÖGB, Österreich
11.15 UhrPause
11.30 UhrDas belgische Arbeitszeitmodell
Rebecca Peters, Gewerkschafts-sekretärin, CSC Verviers Bau-Industrie & Energie, Belgien
12.00 UhrArbeitszeiten in den Niederlanden: Erfahrungen der Gewerkschaften
Wilco Veldhorst, Vorsitzender Internationaler Gewerkschaftsrat Rijn-Ijssel, Federatie Nederlandse Vakbeweging (FNV), Niederlande
12.30 UhrPause
12.45 UhrThilo Janssen, Policy Officer, Europäische Föderation der Bau- und Holzarbeiter (EFBH), Brüssel
13.50 UhrAusblick
Antonia Kühn, Regionalleitung
14.00 UhrAusklang mit Imbiss
14.30 UhrEnde