Workers Memorial Day NRW

Sturz von der Leiter, Ausrutscher mit der Motorsäge, Hantieren mit Asbest: Wer auf dem Bau oder in der Landwirtschaft arbeitet, hat ein besonders hohes Risiko im Job einen Unfall zu haben oder krank zu werden. Wir haben zum Internationalen Workers’ Memorial Day am 28. April die Beschäftigte in NRW zu einer Gedenkminute aufgerufen. Ob im Home-Office oder auf der Baustelle: Um 12 Uhr haben am Dienstag viele Beschäftigte kurz die Arbeit beiseitegelegt und an die Menschen gedacht, die im Job tödlich verunglückt oder berufsunfähig geworden sind.

Jeder Unfall ist einer zu viel. Die Arbeitssicherheit ist keine lästige Pflicht, sondern ein Muss. Daran darf kein Cent gespart werden. In Zeiten von Corona ist das wichtiger denn je. In der Gebäudereinigung müssen Beschäftigte besonders vor Ansteckungen geschützt werden. Hier sind ausreichend Desinfektionsmittel und Zeit für das gründliche Reinigen nötig.

Auf dem Bau haben Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Der Mindestabstand von 1,5 Metern – besser gleich eine ganze Zollstocklänge von zwei Metern – ist entscheidend. Außerdem müsse es genug Masken und Schutzhandschuhe geben, ebenso wie Toiletten mit Wasseranschluss zum Händewaschen.

Allerdings geht auf vielen Baustellen Schnelligkeit allzu oft vor Sicherheit. Nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) kam es in der Branche im vergangenen Jahr zu rund 18.000 Arbeitsunfällen in Nordrhein-Westfalen – 13 davon mit tödlichem Ende.

Workers Memorial Day Düsseldorf 2020
Gedenken zum Workers Memorial Day auf einer Düsseldorfer Baustelle.