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IG BAU Rheinland unterstützt Volksinitiative Artenvielfalt NRW

Wieso unterstützt die IG BAU die Volksinitiative Artenvielfalt?

Die Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt (IG BAU) ist die zuständige Fachgewerkschaft für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mit der Natur arbeiten. Sei es in der Landwirtschaft, im Gartenbau oder im Forst. Dabei ist es uns wichtig, dass Gute Arbeit und Ökologie Hand in Hand gehen. Unsere Kolleginnen und Kollegen leiden, wenn sie sehen, wie Felder vertrocknen und Wälder sterben. Wir brauchen nicht nur anständige Arbeitsbedingungen, sondern auch eine Umwelt, in der es sich arbeiten und leben lässt. Insekten haben daran einen bedeutenden Anteil, daher gilt es sie zu schützen.
 

Wie steht die IG BAU zum Thema Flächenverbrauch?

Nordrhein-Westfalen muss auch in Zukunft als wettbewerbsfähiger, sozialer und ökologischer Industriestandort entwickelt werden. Dabei gilt es die unterschiedlichen Raumansprüche wie Wohnen, Gewerbe, Rohstoffe, Mobilität und Energieerzeugung zu befriedigen und Raumfunktionen wie den Naturschutz, Wald- und Landwirtschaft, Wasser und Erholung zu schützen. Wir stehen dabei für eine nachhaltige Raumentwicklung.
Wieso sehen Sie eine Senkung des Flächenverbrauchs als notwendig?
Gewerkschaften sind die Organisation der Arbeit. Aus diesem Blickwinkel heraus bewerten wir auch den aktuellen Flächenverbrauch in NRW. Aus planungswissenschaftlicher Sicht kann die Ausweisung neuer Flächen für wirtschaftliche Aktivitäten keineswegs gleichgesetzt werden mit der Förderung von Wirtschaft und der Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze. Aus gewerkschaftlicher Sicht ist es essentiell, dass das Ziel einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung zu verfolgen, das die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen heute und in der Zukunft unterstützt.
 

Wie können wir den Bedarf an Fläche decken - ohne weiter den Flächenverbrauch zu steigern?

Die Deckung der unterschiedlichen Raumansprüche kann gewährleistet werden, ohne den Flächenverbrauch weiter voranzutreiben. Gerade in Nordrhein-Westfalen gibt es in erheblichem Umfang bestehende Strukturen und Flächen, die für einen Großteil der Bedarfe auch genutzt werden können. Dort, wo es nicht möglich ist, auf neuen Flächenverbrauch zu verzichten, wie z.B. beim Abbau von Sand und Kies für die regionale Bauwirtschaft, ist es wichtig und machbar Ausgleichsmaßnahmen, wie z.B. Renaturierungen vorzusehen. Die Landesregierung steht in der Verantwortung mit ihren Möglichkeiten wie z.B. dem Landesentwicklungsplan steuernd einzugreifen. Es ist falsch, solche Fragen dem Markt zu überlassen, Entfesselung und Deregulierung führen nicht zu einer Zukunft, in der es gute und sichere Arbeitsplätze und eine gesunde Umwelt gibt. Aktuell fehlt eine strategische Perspektive, wie die Landesregierung künftig den Flächenverbrauch im Land begrenzen will.